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Naturkundliche Führungen mit dem NABU Kreisgruppe Lüneburg

Am 5.7. und am 26.7.2019 fanden naturkundliche Führungen im Castanea Golf Resort unter Leitung von Frau Bardowicks (NABU Lüneburg) statt. Es wurden einige typische Lebensräume und Biotoptypen des Golfplatzes vorgestellt.

Die Führung begann im westlichen Teil des Golfplatzes am Abschlag von Bahn 13, wo es einige künstlich angelegte Kleingewässer mit charakteristischem Uferbewuchs gibt. Auch einige Libellenarten sind hier zu finden. Hier ist auch ein Übergangsbereich zwischen extensiv genutztem Grünland trockener Standorte und Sandtrockenrasen mit Vertretern beider Lebensräume vorhanden. An Pflanzen konnten u.a. Schafgarbe, Hasenklee, Echtes Johanniskraut, Großer Sauerampfer, Kleiner Klee, Feldklee, Ackerschachtelhalm, Gemeines Straußgras und Rotschwingel vorgestellt werden.

Weiter ging es zu einer kleinen Fläche mit Sandtrockenrasen am Nordrand des Golfplatzes. Hier blühten noch einige Sandglöckchen als typische Vertreter von Sandtrocken- und Sandmagerrasen. Auch einige Flechtenarten sandiger trockener Lebensräume, Kleiner Sauerampfer, Echte Kratzdistel und Borstgras konnten vorgestellt werden.

Eine botanisch besonders interessante Fläche liegt unterhalb des Abschlaghügels von Bahn 14 am nordwestlichen Rand des Golfplatzes. Hier handelt es sich um eine Mischung aus Sandtrockenrasen und Ruderalflur mit vielen blühenden Hochstaudenarten, die viele Wildbienen und Falter anziehen. Auch verschiedene Heuschreckenarten sind in diesem Bereich sehr häufig. Besonders wertvoll ist der kleine Bestand der auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehenden Heidenelke, einer typischen Art von Heidegebieten und Sandtrockenrasen. Darüber hinaus wachsen hier große Bestände des Natternkopfes, an denen sich viele Wildbienen wie z.B. Acker-, Erd- und Steinhummeln beobachten ließen. Weitere typische Arten sind Kriechendes Fingerkraut, Wilde Möhre, Rainfarn, Echtes Johanniskraut, Beifuß, Schafgarbe, Rainfarn, Echtes Labkraut, Nachtkerze, Ackerdistel, Wiesenflockenblume, Hasenklee, Spitzwegerich und in den schattigeren Bereichen Dost und die Orchideenart Breitblättrige Stendelwurz.

Nächstes Ziel war eine im Sommer 2018 von der Jugendgruppe des Golf Resort Adendorf in Zusammenarbeit mit dem NABU Lüneburg als Nisthilfe für bodenbrütende Wildbienen angelegte Lehmfläche samt einigen Holzhaufen, die Kleintieren als Unterschlupf dienen. Die Lehmfläche wurde von einigen Wildbienen- und Ameisenarten bereits angenommen.

An der Bahn 16 wurde eine ausgedehnte Streuobstwiese mit verschiedenen alten Apfel-, Birnen- und Pflaumensorten angelegt, die mit Unterstützung des NABU regelmäßig fachgerecht zurückgeschnitten werden.

Das letzte Ziel auf dem Westteil des Golfplatzes war der große zentrale Teich, der eine große Bedeutung als Rast- und Mausergewässer für verschiedene Enten- und Gänsearten hat. Regelmäßig brüten hier Reiher- und Stockenten, die von den Teilnehmern der Führung auch beobachtet werden konnten, gelegentlich auch Kanadagänse und Austernfischer. Auch Kormorane und Graureiher halten sich hier gerne auf. Wasserfrösche und verschiedene Libellenarten lassen sich hier ebenfalls beobachten.

Auf dem Ostteil des Golfplatzes waren die besonders artenreichen und attraktiven Blühwiesen, die im Rahmen eines Wildbienenschutzprojektes angelegt wurden, das erste Ziel. Die Blühwiesen werden 1 x im Jahr gemäht und weisen ausschließlich standortgerechte heimische Pflanzen auf. Hier lassen sich an den Blüten sehr viele Wildbienenarten beobachten. Auch Heuschrecken sind sehr gut vertreten. Wilde Malve, Moschusmalve, Wiesenflockenblume, Frauenflachs, Natternkopf, Weißer und Gelber Steinklee, Rainfarn, Schafgarbe und Wilde Möhre sind nur einige der vielen Pflanzenarten, die während der Führungen blühten.

Am Südufer des Sees steht ein von der Jugendgruppe des Golf Resorts in Zusammenarbeit mit dem NABU gebautes Insektenhotel, das gut von den Wildbienen angenommen wird. Viele der vorhandenen Nistmöglichkeiten waren durch Mauerbienen und Blattschneiderbienen besetzt. Hier wuchs auch das berüchtigte Jakobskreuzkraut, welches sich gut mit dem hier ebenfalls vorhandenen Echten Johanniskraut vergleichen ließ.

Alle Teilnehmer waren von der Vielfalt der vorkommenden Tier- und Pflanzenarten und den zahlreichen Lebensräumen auf dem Castanea Golf Resort sehr beeindruckt.